Gute Nachrichten

"Über eure Lippen komme kein böses Wort, sondern nur ein gutes, das den, der es braucht, stärkt und dem, der es hört, Nutzen bringt." (Eph 4,29)

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3 Anmerkungen

Kirche in Krise? – 2 Mio. Missionare für die Welt!

Wie aus dem „katholischen Woodstock“ die größte Sendungsfeier der Geschichte wurde

 

Katholisches Woodstock?

Es sollte nichts weiter als die katholische Version von Woodstock werden. Sozusagen ein „Remake“ auf konservativ. Aber alle Prognosen wurden am Sonntag, 21. August 2011 von den Tatsachen Lügen gestraft. Dieser Tag wird in die Geschichte eingehen: Zwei Millionen Jugendliche wollten augenscheinlich und „ohrenhörlich“ weit mehr als bloße Musik und oberflächlichen Spaß. Sie sind bereit, von Papst Benedikt XVI. eine große Aufgabe zu empfangen, nämlich einer invidualistischen und gottfernen Welt die Kraft des Glaubens und der Gemeinschaft zu vermitteln!

Was bringt diese Jugendlichen dazu, sich über Monate auf dieses Treffen vorzubereiten, sich auf stundenlange Bus- oder Flugreisen einzulassen, keine Mühen zu scheuen, singend und fröhlich durch überfüllte U-Bahn-Stationen zu strömen, den ganzen Tag bei 40 Grad im Schatten auf aschtrockenem Boden auszuharren, und sogar einem Unwetter und starken Windböen zu trotzen? Ist es wirklich nur Partyhunger? Das wäre eine sehr oberflächliche Sichtweise und wird den Jugendlichen in keiner Weise gerecht. Im Gegenteil, sie unterschätzt sie ganz gewaltig. Völlig im Gegensatz zu diesem 84-jährigen alten Mann, dem Oberhaupt einer todgeredeten und überalterten Kirche: er glaubt nämlich an diese Jugend. So sehr, dass er sie „Protagonisten“ und „freie Mitarbeiter Gottes“ für eine bessere Gesellschaft nennt.

 

Zwei Millionen Missionare

Und der Papst geht weiter, tiefer. Aus diesen Jugendlichen auf der Suche nach mehr, nach Glück, nach Erfüllung, werden in einer großartig begeistert gefeierten Messe nichts weniger als zwei Millionen Missionare für die Welt. Und es sind wirklich alle Elemente einer apostolischen Aussendung vorhanden: das schön gestaltete Missionskreuz, das jeder WJT-Teilnehmer mit seinem Pilgerrucksack bekommen hat und das nun gesegnet wird; der Auftrag des Stellvertreters Christi auf Erden „geht hinaus bis an alle Enden der Welt und vermittelt allen, die nicht dabei sein konnten, eure Freude und euren Enthusiasmus“; und schließlich das Wichtigste: eine Welt, die geradezu schreit nach Antworten, nach Tieferem, nach Gott – wenn auch oft unbewusst oder zumindest unartikuliert. Diese Welt, die Gott dennoch braucht wie der Fisch das Wasser.

 

Ein gemeinsames Abenteuer

Benedikt XVI verlässt Spanien wirklich beeindruckt von der Frische und Begeisterung dieser Jugendlichen. Zweimal wurde er am Samstagabend bei strömendem Regen und heftigen Windböen gefragt, ob er nicht das Programm abbrechen wolle. Und immer wieder seine freundliche aber feste Antwort: „Nein, ich bleibe hier bei ihnen!“ Und als er dann, nach gekürzter Rede und gemeinsamem Gebet bei absoluter Stille in Anbetung vor dem Allerheiligsten – auch das bei Woodstock wohl ein Ding der Unmöglichkeit – noch einmal aus freien Stücken das Wort ergreift, spürt man förmlich seine Betroffenheit und seine Freude: „Jetzt haben wir gemeinsam dieses Abenteuer bestanden …!“ Und der tönende Chor – je dichter der Regen, desto lauter die Rufe – bleibt nicht aus: „Esta es la juventud del Papa – Das ist die Jugend des Papstes!“ Dieses Abenteuer hat uns wirklich zusammengeschweißt. Der Papst und seine Kirche, gemeinsam um Christus, das Haupt: Das ist die bildliche und lebendigte Botschaft dieses Weltjugendtags, von dem man noch lange reden wird!

 

Teil dieser Geschichte

Und wir waren dabei, wir sind Teil dieser Geschichte des Christentums im dritten Jahrtausend! Es mag sein, das womöglich die wenigsten von diesen zwei Millionen eines Tages heiliggesprochen werden. Aber diese Jugendlichen haben ein gewaltiges Potential, sie sind die mächtige Antwort Gottes auf jeden Pessimismus und eine Hoffnungslosigkeit, die oft genug an Verzweiflung oder Gleichgültigkeit reicht. Wir, die wir „live“ dabei waren, können  nicht anders als diese Sendung wahrzunehmen. Alles andere wäre zu wenig, wäre die Augen verschließen vor der Not und dem Hunger dieser Welt nach Gott und nach Heil, und diesem wirklichen Auftrag, den wir erhalten haben. Wir sind Zeugen geworden. Wir werden alles daran setzen, diesem Auftrag Jesu Christi gerecht zu werden!

Card. Rylko hat es stellvertretend für alle auf den Punkt gebracht: „Heiliger Vater, zählen Sie auf diese Jugendlichen! Zählen Sie auf ihre Freude und ihren Enthusiasmus, um die Liebe Christi in alle Welt zu tragen!“

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1 Anmerkung

Benedikt XVI an die Uni-Professoren:
"Wo werden junge Menschen in einer zerbrechlichen und instabilen Gesellschaft diese Bezugspunkte finden? Zuweilen ist man der Meinung, dass die Aufgabe eines Universitätsprofessors heutzutage ausschließlich darin bestehe, kompetente und fähige Fachleute auszubilden, die zu jedem Zeitpunkt die Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt befriedigen. Auch heißt es, das einzige, was in der gegenwärtigen Konjunkturlage gefördert werden müsse, sei die technische Fähigkeit. Gewiss verbreitet sich heutzutage diese utilitaristische Auffassung der Bildung, auch der Hochschulbildung, vorwiegend von Kreisen außerhalb der Universitäten. Trotzdem verspüren Sie, die Sie wie ich die Universität erlebt haben und sie jetzt als Dozenten erleben, zweifellos den Wunsch nach etwas Höherem, das allen Dimensionen entspricht, die den Menschen ausmachen. Wir wissen: Wenn nur die Nützlichkeit und der unmittelbare Pragmatismus zum Hauptkriterium erhoben werden, können die Verluste dramatisch sein – von den Missbräuchen einer Wissenschaft, die keine Grenzen über sich anerkennt, bis zum politischen Totalitarismus, der leicht von neuem auflebt, wenn aus Machtkalkül jeder höhere Bezug beseitigt wird. Die echte Idee der Universität hingegen ist genau das, was uns vor dieser verkürzten und verzerrten Sichtweise des Menschlichen bewahrt.”
"Tatsächlich war die Universität und ist immer noch dazu berufen, der Ort zu sein, wo man die eigentliche Wahrheit über den Menschen sucht. Es ist daher kein Zufall, daß es gerade die Kirche war, die die Einrichtung der Universität gefördert hat, denn der christliche Glaube spricht zu uns von Christus als dem Logos, dem Wort, durch das alles geworden ist (vgl. Joh 1,3), und von dem nach dem Abbild Gottes und Gott ähnlich geschaffenen Menschen.”
…
"Deshalb ermutige ich Sie eindringlich dazu, diese Sensibilität für und Sehnsucht nach der Wahrheit niemals zu verlieren; nicht zu vergessen, daß das Lehren kein trockenes Mitteilen von Inhalten ist, sondern eine Formung junger Menschen, die Sie verstehen und schätzen sollen, in denen Sie diesen Durst nach der Wahrheit, den sie in ihrem Inneren spüren, und dieses Streben nach Überwindung wecken sollen. Seien Sie für sie Ansporn und Kraft!”
…
"Wir können in keiner Erkenntnis vorankommen, wenn uns nicht die Liebe bewegt; ebenso wenig können wir etwas lieben, in dem wir keine Vernünftigkeit sehen.”
…
"Zweitens muss man beachten, dass die Wahrheit selbst immer über unsere Reichweite hinausgeht. Wir können sie suchen und an sie herankommen, wir können sie jedoch nicht ganz besitzen: Vielmehr ist sie es, die uns besitzt und uns motiviert. In der intellektuellen und Lehrtätigkeit ist daher die Demut eine unerlässliche Tugend, die vor der Eitelkeit schützt, welche den Zugang zur Wahrheit versperrt. Wir dürfen die Studenten nicht für uns selbst einnehmen, sondern müssen sie auf den Weg zu dieser Wahrheit bringen, die wir alle suchen. Dabei wird Ihnen der Herr helfen, der Ihnen aufträgt, schlicht und wirksam zu sein wie das Salz oder wie die Lampe, die Licht gibt, ohne Lärm zu machen (vgl. Mt 5,13ff).”
(an die Universitätsprofessoren des “El Escorial” - Auszug)

Benedikt XVI an die Uni-Professoren:

"Wo werden junge Menschen in einer zerbrechlichen und instabilen Gesellschaft diese Bezugspunkte finden? Zuweilen ist man der Meinung, dass die Aufgabe eines Universitätsprofessors heutzutage ausschließlich darin bestehe, kompetente und fähige Fachleute auszubilden, die zu jedem Zeitpunkt die Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt befriedigen. Auch heißt es, das einzige, was in der gegenwärtigen Konjunkturlage gefördert werden müsse, sei die technische Fähigkeit. Gewiss verbreitet sich heutzutage diese utilitaristische Auffassung der Bildung, auch der Hochschulbildung, vorwiegend von Kreisen außerhalb der Universitäten. Trotzdem verspüren Sie, die Sie wie ich die Universität erlebt haben und sie jetzt als Dozenten erleben, zweifellos den Wunsch nach etwas Höherem, das allen Dimensionen entspricht, die den Menschen ausmachen. Wir wissen: Wenn nur die Nützlichkeit und der unmittelbare Pragmatismus zum Hauptkriterium erhoben werden, können die Verluste dramatisch sein – von den Missbräuchen einer Wissenschaft, die keine Grenzen über sich anerkennt, bis zum politischen Totalitarismus, der leicht von neuem auflebt, wenn aus Machtkalkül jeder höhere Bezug beseitigt wird. Die echte Idee der Universität hingegen ist genau das, was uns vor dieser verkürzten und verzerrten Sichtweise des Menschlichen bewahrt.”

"Tatsächlich war die Universität und ist immer noch dazu berufen, der Ort zu sein, wo man die eigentliche Wahrheit über den Menschen sucht. Es ist daher kein Zufall, daß es gerade die Kirche war, die die Einrichtung der Universität gefördert hat, denn der christliche Glaube spricht zu uns von Christus als dem Logos, dem Wort, durch das alles geworden ist (vgl. Joh 1,3), und von dem nach dem Abbild Gottes und Gott ähnlich geschaffenen Menschen.”

"Deshalb ermutige ich Sie eindringlich dazu, diese Sensibilität für und Sehnsucht nach der Wahrheit niemals zu verlieren; nicht zu vergessen, daß das Lehren kein trockenes Mitteilen von Inhalten ist, sondern eine Formung junger Menschen, die Sie verstehen und schätzen sollen, in denen Sie diesen Durst nach der Wahrheit, den sie in ihrem Inneren spüren, und dieses Streben nach Überwindung wecken sollen. Seien Sie für sie Ansporn und Kraft!”

"Wir können in keiner Erkenntnis vorankommen, wenn uns nicht die Liebe bewegt; ebenso wenig können wir etwas lieben, in dem wir keine Vernünftigkeit sehen.”

"Zweitens muss man beachten, dass die Wahrheit selbst immer über unsere Reichweite hinausgeht. Wir können sie suchen und an sie herankommen, wir können sie jedoch nicht ganz besitzen: Vielmehr ist sie es, die uns besitzt und uns motiviert. In der intellektuellen und Lehrtätigkeit ist daher die Demut eine unerlässliche Tugend, die vor der Eitelkeit schützt, welche den Zugang zur Wahrheit versperrt. Wir dürfen die Studenten nicht für uns selbst einnehmen, sondern müssen sie auf den Weg zu dieser Wahrheit bringen, die wir alle suchen. Dabei wird Ihnen der Herr helfen, der Ihnen aufträgt, schlicht und wirksam zu sein wie das Salz oder wie die Lampe, die Licht gibt, ohne Lärm zu machen (vgl. Mt 5,13ff).”

(an die Universitätsprofessoren des “El Escorial” - Auszug)

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189 Anmerkungen

"Es gibt viele, die sich für Götter halten und meinen, keine anderen Wurzeln noch Fundamente zu brauchen als sich selbst. Sie würden gern ganz allein entscheiden, was Wahrheit ist und was nicht, was gut oder schlecht, gerecht oder ungerecht ist; entscheiden, wer wert ist zu leben und wer hingegen auf dem Altar anderer Perspektiven geopfert werden kann. Sie möchten jeden Moment ihren Schritt dem Zufall überlassen, ohne einen festgesetzten Kurs, indem sie sich vom Impuls des Augenblicks leiten lassen. Diese Versuchungen lauern stets im Hinterhalt. Es ist wichtig, ihnen nicht zu erliegen, denn in Wirklichkeit führen sie zu etwas, das dahinschwindet wie ein Leben ohne Horizonte, eine Freiheit ohne Gott. Wir wissen dagegen sehr wohl, daß wir als Freie erschaffen worden sind, nach dem Bild Gottes, und zwar damit wir Protagonisten auf der Suche nach der Wahrheit und nach dem Guten sind, verantwortlich für unser Handeln und nicht bloß blinde Vollstrecker; kreative Mitarbeiter bei der Aufgabe, das Werk der Schöpfung zu pflegen und zu verschönern.”

(Benedikt XVI, Eröffnungsansprache an die Jugendlichen)

(via hreinleiki-deactivated20121123)

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